USA blockieren neue ausländische humanoide Roboter
Was die FCC-Regel für Deutschlands Robotikindustrie bedeutet
Die USA haben den Marktzugang für neue, im Ausland produzierte mobile und humanoide Roboter deutlich verschärft. Seit Ende Juli stehen sogenannte „foreign-produced advanced robotic devices“ auf der Covered List der US-Telekommunikationsbehörde FCC. Neue betroffene Modelle können damit grundsätzlich keine reguläre FCC-Zulassung mehr erhalten – eine wichtige Voraussetzung für Verkauf und Import in den USA.
Die Maßnahme richtet sich politisch vor allem gegen chinesische Technologie, ist rechtlich aber deutlich breiter gefasst. Sie betrifft grundsätzlich ausländisch produzierte humanoide Roboter, autonome mobile Systeme und vierbeinige Roboter – damit potenziell auch Hersteller aus Deutschland und Europa. Klassische stationäre Industrieroboter sind dagegen weitgehend ausgenommen.
Die US-Regierung begründet die Regel mit Cybersecurity-, Überwachungs- und Lieferkettenrisiken. Moderne Roboter verfügen über Kameras, LiDAR, Mikrofone und Netzwerkzugänge und könnten nach Auffassung der Behörden bei einer Kompromittierung sensible Daten erfassen oder aus der Ferne manipuliert werden.
Es handelt sich allerdings nicht um ein vollständiges Importverbot. Hersteller können eine sogenannte Conditional Approval beantragen. Die FCC hat bereits einzelne Ausnahmen für ausländische Robotikprodukte gewährt. Gleichzeitig zeigen die US-Regeln aber klar, wohin die Reise geht: Unternehmen, die dauerhaft Zugang zum US-Markt wollen, sollen verstärkt Produktion in den Vereinigten Staaten aufbauen.
Genau darin liegt die wirtschaftliche Brisanz für Deutschland. Der deutsche Maschinenbauverband VDMA warnt, dass die Regel nicht nur chinesische, sondern auch europäische Hersteller trifft. Gerade für junge Anbieter humanoider Roboter kann der US-Markt strategisch entscheidend sein. Werden Unternehmen faktisch dazu gedrängt, Fertigung und Investitionen in die USA zu verlagern, könnten künftig auch Arbeitsplätze und Wertschöpfung dorthin wandern.





