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Microagi sammelt 55 Millionen US-Dollar in Deutschlands größter Seed-Finanzierungsrunde ein

Das Münchner Robotik-Startup Microagi hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 55 Millionen US-Dollar abgeschlossen – nach Unternehmensangaben die bislang größte Seed-Runde eines deutschen Startups. Angeführt wurde die Finanzierung von Hummingbird. Zudem beteiligten sich Northzone, LocalGlobe, Village Global und redalpine. Das Kapital soll den Ausbau der Robotikplattform Atlas sowie die Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen beschleunigen.

Microagi entwickelt keine eigenen Roboter, sondern eine Plattform, die bestehende Robotersysteme mithilfe von KI schneller und zuverlässiger für konkrete Produktionsaufgaben einsetzbar machen soll. Dazu sammelt Atlas Daten aus realen Fabrikumgebungen, erweitert diese in Simulationen und passt KI-Modelle an die jeweiligen Anforderungen eines Werks an.

Ergänzt wird die Plattform durch Shift, eine Datenerfassungslösung für Physical AI. Dabei werden menschliche Arbeitsabläufe aufgezeichnet und in Trainingsdaten für Robotermodelle umgewandelt. Nach Angaben des Unternehmens wurden hierfür bereits Daten von mehr als 20.000 Personen aus 15 Ländern erfasst.

Microagi wurde vor rund zehn Monaten von ehemaligen Formel-1-Ingenieuren gegründet. CEO Bercan Kilic war zuvor bei Red Bull Racing tätig. Das Unternehmen sieht insbesondere Europas Industrie vor der Herausforderung, Robotik schneller in die Produktion zu integrieren, um dem Fachkräftemangel und dem internationalen Wettbewerbsdruck zu begegnen.