IFA 2026: Robotik rückt vom Zukunftsthema in den Alltag

Humanoide Roboter, autonome Maschinen und intelligente Helfer gehörten zu den auffälligsten Technologiethemen der IFA 2026 in Berlin. Die Messe, die vom 4. bis 8. September stattfand, rückte Robotik gemeinsam mit Künstlicher Intelligenz deutlich stärker in den Mittelpunkt. Mehr als 1.900 Aussteller waren insgesamt vertreten.
Humanoide Roboter bekommen eine eigene Bühne
Besonders sichtbar wurde der Robotikschwerpunkt im Innovationsbereich IFA Next. Dort präsentierten Unternehmen neue Anwendungen für Haushalt, Dienstleistung, Industrie und andere Einsatzfelder. Bereits vor der Messe hatte die IFA angekündigt, dass rund 300 Aussteller für IFA Next erwartet würden und die Fläche wegen der hohen internationalen Nachfrage erweitert werde. Auch die Fachpresse berichtete im Vorfeld über den deutlich ausgebauten Bereich für humanoide Robotik.
Zu den Robotikunternehmen bei IFA Next zählten unter anderem Unitree, MagicLab, Zeroth, UniX AI, Galbot, Pudu Robotics, Hengbot, DEEP Robotics, Astrall Dynamics, Agibot und Cozio Robotics. Ergänzt wurde das Angebot durch Exoskelette und weitere Assistenzsysteme.
Dass es dabei nicht nur um Konzepte ging, zeigten konkrete Demonstrationen. Agibot präsentierte beispielsweise seinen humanoiden A3. Auf der Messe demonstrierte der Roboter unter anderem seine Fähigkeiten bei der Kalligrafie. TechRadar nahm den A3 zudem in seine Auswahl der bemerkenswertesten Produkte der IFA 2026 auf.
Roboter auf dem Laufsteg
Mit der Veranstaltung „Robots on the Runway“ erhielten die Systeme auch eine ungewöhnliche Bühne. Humanoide Roboter und andere Robotiksysteme demonstrierten dort Bewegungsabläufe wie Tanzen, Tai Chi und Rückwärtssaltos. Beteiligt waren PrimeBot Robots, EngineAI, Cozio Robotics, Dobot Robot, DEEP Robotics, Agibot, Unitree, ZBy Mind with Heart, Ollobot, Astrall Dynamics und AIMOGA.
Der Auftritt machte sichtbar, wie stark sich die Robotik über klassische Industrieroboter hinaus entwickelt. Neben vielen Humanoiden waren vierbeinige Systeme und Roboter für Anwendungen im privaten Umfeld zu sehen. Parallel dazu zeigten weitere Hersteller spezialisierte Systeme für den Alltag. Medien berichteten etwa über neue Reinigungsroboter sowie robotische Begleiter und Assistenzsysteme.
Physical AI wird zum Thema für Unternehmen
Für Unternehmen dürfte vor allem die Verbindung von Robotik und Künstlicher Intelligenz relevant sein. Unter dem Begriff „Physical AI“ geht es um Systeme, die ihre Umgebung über Sensoren erfassen, Informationen verarbeiten und daraus physische Handlungen ableiten können.
David Reger, Gründer und CEO des deutschen Robotikunternehmens NEURA Robotics, stellte dieses Thema in seiner Keynote auf der IFA in den Mittelpunkt. Er verband die Entwicklung intelligenter Roboter insbesondere mit dem demografischen Wandel und dem zunehmenden Arbeitskräftemangel.
Die IFA 2026 sendete ein deutliches Signal: Robotik wird zunehmend nicht mehr nur als langfristige Zukunftstechnologie präsentiert. Hersteller positionieren ihre Systeme für konkrete Aufgaben in Unternehmen, Dienstleistung, Haushalt und Industrie. Die Bandbreite reicht dabei von spezialisierten autonomen Maschinen bis zu humanoiden Systemen, die perspektivisch komplexere Aufgaben in einer für Menschen gestalteten Umgebung übernehmen sollen. Die diesjährige IFA zeigte vor allem, wie schnell sich dieser Markt derzeit entwickelt.





