Bosch startet 2027 Serienproduktion humanoider Roboter in Bühl
Bosch steigt in die Serienproduktion humanoider Roboter ein. Gemeinsam mit dem britischen Robotikunternehmen Humanoid will der Technologiekonzern ab August 2027 im Werk Bühl im Nordschwarzwald menschenähnliche Roboter produzieren. Für Bosch ist es das erste Mal, dass solche durch Künstliche Intelligenz gesteuerten Roboter gefertigt werden. Zunächst ist eine Produktion von mehreren Hundert Einheiten vorgesehen.
Bosch übernimmt die Industrialisierung
Die Roboter werden von Humanoid in London entwickelt. Bosch übernimmt als Auftragsfertiger die Industrialisierung und den Aufbau der Serienproduktion. In Bühl sollen vor allem zugelieferte Einzelteile zu kompletten Robotern montiert werden. Woher die Komponenten stammen werden und wie hoch die Investitionen in die neue Produktion ausfallen, ist bislang nicht bekannt. Bosch prüft zudem gemeinsam mit Humanoid, eigene Technologien wie Aktoren, Motoren, Sensoren und weitere Komponenten in die Roboter zu integrieren.
Der Zusammenarbeit ging ein erfolgreicher Praxistest im März 2026 voraus. Dabei transportierten Roboter vom Typ HMND 01 im Bosch Werk in Bühl selbstständig unterschiedlich große und schwere Boxen von einem Förderband zu einem Transportwagen. Nach Angaben von Humanoid bestätigte der Test die technische Einsatzfähigkeit und Skalierbarkeit des Systems. Im Mai vereinbarten beide Unternehmen daraufhin eine Fertigungspartnerschaft für den europäischen Markt.
Einsatz zunächst in Industrie und Logistik
Die humanoiden Roboter verfügen über Kopf, Arme, Hände und Beine und orientieren sich damit am menschlichen Körperbau. Vorgesehen sind zunächst Anwendungen in Fabriken und in der Logistik. Dort sollen die Systeme beispielsweise Waren transportieren, kommissionieren sowie monotone oder körperlich anstrengende Aufgaben übernehmen. Langfristig werden auch Anwendungen in der Pflege und im Haushalt als möglich angesehen.
Zu den ersten Abnehmern der in Bühl produzierten Roboter soll Schaeffler gehören. Der Automobilzulieferer will die Systeme in der eigenen Produktion einsetzen. Sowohl Bosch als auch Schaeffler arbeiten mit Humanoid zusammen und sind nach Angaben der dpa zudem Investoren des britischen Unternehmens.
Neue Aufgabe für den Standort Bühl
Für das Bosch Werk in Bühl eröffnet die Robotik ein neues Geschäftsfeld. Dort arbeiten derzeit rund 3.000 Beschäftigte. Gleichzeitig befindet sich der Standort in einem größeren Umbau, bei dem mehr als 1.000 Stellen wegfallen sollen. Durch die geplante Roboterproduktion sollen nach aktuellem Stand jedoch keine zusätzlichen Arbeitsplätze entstehen.
Bosch verfolgt mit der Robotik langfristig große wirtschaftliche Ziele. Chief Digital Officer Tanja Rückert erklärte gegenüber der WirtschaftsWoche, dass Bosch mit dem Robotergeschäft künftig Milliardenumsätze erzielen wolle. Der Markt für humanoide Roboter befindet sich allerdings noch in einer frühen Phase.





