KI News

Salesforce Chef Benioff: Unternehmen stehen bei KI noch am Anfang

Salesforce Chef Marc Benioff sieht die Einführung künstlicher Intelligenz in Unternehmen trotz der schnellen technologischen Entwicklung weiterhin in einer frühen Phase. Viele Unternehmen beschäftigen sich zwar mit neuen Modellen, KI Agenten und intelligenten Benutzeroberflächen, haben eine umfassende Transformation ihrer Geschäftsprozesse jedoch noch nicht begonnen.

Von KI Anfragen zu autonomen Agenten

Auf dem Six Five Summit: AI Unleashed 2026 beschrieb Benioff die Entwicklung von KI in Unternehmen in drei Phasen. Zunächst stand die direkte Interaktion mit großen Sprachmodellen im Mittelpunkt. Danach folgte die zunehmende Nutzung von KI Agenten, die konkrete Aufgaben selbstständig bearbeiten können. Nun sieht Benioff eine dritte Phase entstehen, in der dynamische Benutzeroberflächen Daten, Anwendungen und KI miteinander verbinden.

Bestehende Unternehmenssoftware werde dadurch nach seiner Einschätzung nicht einfach verschwinden. Systeme von Salesforce, Microsoft oder SAP sowie vorhandene Datenplattformen könnten vielmehr durch KI erweitert werden. Unternehmen könnten damit ihre bisherigen Investitionen in Daten, Anwendungen und Prozesse weiter nutzen und gleichzeitig neue Formen der Automatisierung und Personalisierung schaffen. Benioff erwartet, dass die Möglichkeiten solcher dynamischen KI Oberflächen für Unternehmen innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate deutlich sichtbarer werden.

Salesforce setzt KI Agenten bereits im Alltag ein

Salesforce nutzt verschiedene KI Agenten bereits im eigenen Unternehmen. Der Kundenservice Agent Casey hat laut Benioff fünf Millionen Serviceanfragen bearbeitet und kann Fälle bei Bedarf an menschliche Mitarbeiter weitergeben. Slackbot unterstützt Anwender dabei, Informationen aus Slack auszuwerten. Für das Lieferantenmanagement verwendet Salesforce außerdem den internen Agenten Marshall.

Auch Dell setzt die Salesforce Lösung Regrello ein. KI Agenten kontaktieren dabei laut Benioff täglich 20.000 Lieferanten und helfen anhand eines Ampelsystems dabei, mögliche Probleme in der Lieferkette frühzeitig zu erkennen. Für Benioff ist deshalb weniger entscheidend, welche Chips, Rechenzentren oder technische Infrastruktur hinter einer KI Lösung stehen. Entscheidend sei vielmehr der konkrete Nutzen für Kunden und Geschäftsprozesse.

Daten und Kontrolle bleiben entscheidend

Für einen erfolgreichen Einsatz von KI sieht Benioff vier zentrale Ebenen: Unternehmen müssen ihre Daten integrieren und kontrollieren, Anwendungen und semantische Modelle als verlässlichen Kontext bereitstellen, KI Agenten für konkrete Aufgaben einsetzen und diese Komponenten über dynamische Benutzeroberflächen zugänglich machen.

Salesforce verfolgt diesen Ansatz unter anderem mit Informatica, MuleSoft, Data 360, Agentforce und Slackbot. Hinzu kommen Technologien aus übernommenen Unternehmen wie Qualified und Regrello.

Dabei sollen Salesforce Anwendungen zunehmend unabhängig von klassischen Salesforce Oberflächen nutzbar sein. Funktionen können über Programmierschnittstellen auch in anderen Umgebungen bereitgestellt werden. Innerhalb der kommenden zwölf Monate will Salesforce eigene entsprechende Oberflächen über Slack anbieten.