KI News

McDonald’s lässt möglicherweise eine KI bei den Preisen entscheiden

McDonald’s setzt künstliche Intelligenz ein, um für einzelne Restaurants optimale Menüpreise zu berechnen. Das interne System analysiert fortlaufend Millionen Transaktionen aus den fast 14.000 Restaurants des Konzerns in den USA und berücksichtigt dabei unter anderem die geschätzte Zahlungsbereitschaft der Kunden sowie öffentlich verfügbare Preise nahe gelegener Wettbewerber wie Burger King und Wendy’s. Für jedes Produkt und jeden Standort kann daraus eine eigene Preisempfehlung entstehen.

Wie stark sich Preise lokal unterscheiden können, zeigt ein Beispiel aus Fresno in Kalifornien. Reuters fand dort zwei von McDonald’s selbst betriebene Restaurants, die nur rund drei Kilometer voneinander entfernt liegen. In einem kostete ein Big Mac 5,69 Dollar, im anderen 6,89 Dollar. Reuters konnte allerdings nicht belegen, ob dieser Unterschied tatsächlich auf die Empfehlung des KI Systems zurückzuführen war.

Zwischen Empfehlung und Kontrolle

McDonald’s betont, dass das System lediglich Empfehlungen liefert. Franchisebetriebe seien frei, ihre endgültigen Preise selbst festzulegen. Mehrere Betreiber schilderten jedoch, dass sie Druck verspürten, den Vorgaben zu folgen. Unternehmensunterlagen zeigen zudem, dass Abweichungen von empfohlenen Preisen erfasst werden. Seit Januar verlangt McDonald’s nach Angaben von Reuters von seinen Franchisebetrieben, dass sie sich im Rahmen neuer Geschäftsstandards konstruktiv mit den zugelassenen Preisberatern und Werkzeugen des Unternehmens auseinandersetzen.

Wenn ein Algorithmus den richtigen Preis sucht

Für McDonald’s ist ein solches System wirtschaftlich attraktiv. Ein Konzern mit Tausenden Restaurants kann Preisentscheidungen erheblich genauer an lokale Nachfrage, Kosten und Wettbewerbsbedingungen anpassen als mit einer einheitlichen zentralen Vorgabe. McDonald’s arbeitet dabei laut Reuters mit Tiger Analytics zusammen. Dem System werden auch geschäftliche Ziele und Regeln vorgegeben. Dazu gehörten beispielsweise Vorgaben dazu, welche Produkte für Preiserhöhungen infrage kommen oder welche Produkte während bestimmter Zeiträume ausgenommen werden sollen.