KI doch kein Jobkiller? Nomura-Auswertung liefert überraschende Zahlen aus Asien
Die Sorge, dass künstliche Intelligenz massenhaft Arbeitsplätze vernichtet, wird durch eine aktuelle Auswertung der japanischen Investmentbank Nomura zumindest für Asien relativiert. Demnach stehen den bislang erfassten KI-bedingten Stellenverlusten deutlich mehr KI-bezogene Neueinstellungen gegenüber!
Wie wallstreetONLINE unter Berufung auf eine Analyse der Nomura-Ökonomen Sonal Varma und Si Ying Toh berichtet, wurden in Asien rund 130.700 KI-bezogene Neueinstellungen registriert. Dem stehen etwa 60.700 Stellenverluste gegenüber. Die untersuchten Fälle stammen überwiegend aus dem Zeitraum von 2022 bis August 2026.
Besonders deutlich fällt die Bilanz in Indien aus: Dort zählt die Auswertung 83.100 Neueinstellungen gegenüber 31.921 Stellenverlusten. Mehr als 90 Prozent der neu geschaffenen Positionen entfielen demnach auf den Technologiesektor. Gefragt sind insbesondere Softwareentwickler, Datenexperten und andere IT-Spezialisten.
Die Zahlen legen nahe, dass KI bislang nicht nur als Rationalisierungsinstrument wirkt. Der massive Ausbau von KI-Infrastruktur, Rechenzentren und Software schafft gleichzeitig neue Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften.
Allerdings sollten die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden. KI-bezogene Neueinstellungen sind nicht zwangsläufig Arbeitsplätze, die ausschließlich durch KI entstanden sind. Zudem lässt sich die Entwicklung in den asiatischen Technologiezentren nicht ohne Weiteres auf andere Regionen übertragen.
Die Nomura-Auswertung liefert daher vor allem eine Momentaufnahme: Der KI-Boom vernichtet bestimmte Tätigkeiten, erzeugt bislang aber gleichzeitig erhebliche neue Arbeitsnachfrage. Ob die Beschäftigungsbilanz langfristig positiv bleibt, ist noch offen.





