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ChatGPT führt Werbung in Europa ein: Das ändert sich für Nutzer

Seit dem 24. August zeigt OpenAI auch in Europa Werbung in ChatGPT. Die Einführung umfasst 31 europäische Märkte, darunter Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und mehrere skandinavische Länder. In den USA testet OpenAI das Modell bereits seit Februar 2026. Mit den Werbeeinnahmen will das Unternehmen vor allem die kostenlose Nutzung von ChatGPT mitfinanzieren.

Wer künftig Werbung sieht

Anzeigen können bei Nutzern der kostenlosen Version sowie im günstigeren Tarif ChatGPT Go erscheinen. Die kostenpflichtigen Angebote Plus und Pro sowie die Geschäftskundentarife Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. Auch Konten, die Personen unter 18 Jahren zugeordnet werden, sollen keine Werbung erhalten.

Für Unternehmen ist damit vor allem die Wahl des eingesetzten Tarifs relevant. Wer ChatGPT über Business, Enterprise oder Edu nutzt, ist von der Einführung der Anzeigen nicht betroffen.

Anzeigen werden von den Antworten getrennt

Die Werbung soll unterhalb einer ChatGPT Antwort erscheinen und deutlich als gesponserter Inhalt gekennzeichnet werden. OpenAI betont, dass Anzeigen technisch von den Antworten getrennt sind. Werbekunden können nach Angaben des Unternehmens weder Antworten beeinflussen noch verändern oder bewerten. Eine Anzeige stellt außerdem keine Empfehlung des beworbenen Unternehmens oder Produkts durch OpenAI dar.

Werbetreibende erhalten laut OpenAI keinen Zugriff auf persönliche Chatverläufe, Erinnerungen oder personenbezogene Daten. Sie bekommen lediglich zusammengefasste und nicht identifizierende Informationen zur Leistung ihrer Anzeigen, beispielsweise zu Aufrufen oder Klicks.

In Europa gelten strengere Regeln für Personalisierung

Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz startet OpenAI zunächst ohne personalisierte Werbung. Anzeigen können jedoch anhand des aktuellen Gesprächskontexts ausgewählt werden. Frühere Chats und gespeicherte Erinnerungen werden ohne entsprechende Personalisierung nicht für die Auswahl einer Anzeige verwendet.

Nutzer können ihre Werbeeinstellungen in ChatGPT verwalten, Anzeigen ausblenden, Feedback geben und nachvollziehen, warum eine bestimmte Werbung angezeigt wurde. OpenAI bietet zudem eine kostenlose Möglichkeit an, Werbung abzuschalten. Dafür gelten niedrigere Nutzungslimits und einige Funktionen, beispielsweise Bildgenerierung oder Deep Research, können eingeschränkt sein.

Für Unternehmen, die ChatGPT im Arbeitsalltag einsetzen, bleibt zudem die Auswahl eines geeigneten Unternehmenstarifs ein wichtiger Faktor für Datenschutz, Verwaltung und eine werbefreie Nutzung.

Werbung soll die hohen Kosten von KI mitfinanzieren

Hinter der Einführung steht vor allem die Frage, wie sich die enormen Kosten für den Betrieb von KI Diensten langfristig finanzieren lassen. Rechenzentren, leistungsfähige Chips, Energie und Fachpersonal verursachen hohe Ausgaben. Werbung soll deshalb neben Abonnements, Unternehmenskunden und Gebühren für Programmierschnittstellen zu einer weiteren Einnahmequelle werden.

Für OpenAI ist dieser Schritt besonders relevant, weil ein großer Teil der ChatGPT Nutzer bislang kostenlose Angebote verwendet. Gleichzeitig bewegt sich das Unternehmen in einem Markt, in dem unterschiedliche Strategien verfolgt werden. Microsoft integriert bereits Werbung in Copilot und Google nutzt Anzeigen in seiner KI gestützten Suche. Andere Anbieter setzen bislang stärker auf werbefreie Modelle.